"Ein Fachinformatiker kümmert sich überwiegend um Administration und arbeitet mit den Maschinen direkt. Er installiert beispielsweise die Software. Die Arbeit eines Projektmanagers besteht darin, Kundenprojekte heranzuziehen, diese abzusprechen und Pläne zu entwerfen, wie definierte Ziele erreicht werden können. Der Projektmanager macht schlussendlich Arbeitspakete für den Fachinformatiker fertig, der diese praktisch umsetzt."

Michael Pankoke,

stellvertretender IT-Leiter, Deutsches Jugendherbergswerk

„Ich kann alles besser planen und dem Kunden ein fertiges Produkt auf den Tisch legen.“

Michael Pankoke ist stellvertretender IT-Leiter beim Deutschen Jugendherbergswerk. Der gelernte Werkzeugmechaniker hat vor rund 10 Jahren seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration (FiSi) bei goldsteps absolviert und steckt jetzt mitten in der Ausbildung zum operativen Professional. Er erzählt wie er in die IT Branche gerutscht ist, warum kontinuierliche Weiterbildung wichtig ist und wie sich seine Arbeit durch die zusätzliche Ausbildung ändern wird.

Du hast früher als Werkzeugmechaniker gearbeitet, jetzt machst du gerade deine Ausbildung zum operativen Professional. Wie ist es dazu gekommen?

Bei mir trat nach einigen Jahren im Beruf eine Berufskrankheit auf, weshalb ich von der Berufsgenossenschaft ausgehend eine Umschulung bei goldsteps – bzw. damals noch acocon – gemacht habe. Das war vor etwas mehr als 10 Jahren meine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration. In der Zeit habe ich auch ein Praktikum beim Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) gemacht und bin dort geblieben. Und nun habe ich die Chance, eine weitere IHK-Ausbildung im Bereich IT Projektmanagement zu machen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Im Regelfall überprüfe ich die Programme und Protokolle, schaue, ob irgendetwas angelaufen oder defekt ist. Ansonsten fahre ich zu unseren Kunden, um herauszufinden, welche Herausforderungen sie haben und um diese gemeinsam mit ihnen zu lösen.

Du kommst ursprünglich aus einem ganz anderen Berufsfeld: Macht dir die Arbeit im IT Bereich Spaß?

Auf alle Fälle. Das war damals schon ein Hobby von mir. Darum habe ich die Umschulung auch gewählt und mittlerweile hat sich wirklich alles sehr gut gefestigt.

Was für Perspektiven bietet die Branche?

Oh, die Branche ist so groß, da gibt es so viele Perspektiven. Man kann den Weg nach rechts, nach links einschlagen oder man geht geradeaus und bleibt ein normaler Administrator. Man kann sich auch zum Projektmanager oder zum Teamleiter weiterentwickeln. Oder, oder, oder. Wir haben so viele spannende Felder, die natürlich auch nicht mehr wie vor 30 Jahren abgedeckt werden können. Es gibt immer mehr Produkte, darum muss man sich entsprechend spezialisieren.

Du bist schon seit mehr als 10 Jahren beim DJH…

Ja, weil ich direkt übernommen worden bin und immer wieder Weiterbildungen bekommen habe. Die haben wir auch immer zusammen mit goldsteps gemacht. Beispielsweise Windows Server 2008, ein bisschen Citrix und so weiter. Eben diese Update-Kurse. Ich war also immer mal wieder hier und jetzt kommt der operative Professional noch oben drauf.

Wer finanziert deine Ausbildung?

Die Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration wurde komplett von der Berufsgenossenschaft getragen. Die Ausbildung jetzt trägt das Unternehmen.

Und wie läuft die ab?

Ich mache die Ausbildung über zwei Jahre berufsbegleitend. Dabei ist es immer ein Wechsel zwischen Schulung vor Ort und Aufarbeiten zuhause oder mit den Trainern. Wir überprüfen auch immer nochmal unser Wissen jeweils am Anfang der Kurse, um einen Rückblick auf die letzte Präsenz-Woche zu haben. Und so kommen nach und nach die Themen dazu. Jetzt gerade ist Projektmanagement dran, davor ging es um Personalmanagement.

Berufsausbildungen von Schulungsanbietern sind doch immer teuer. Stimmt nicht! Denn unsere Ausbildungen werden komplett gefördert. 

Fördermöglichkeiten

Der operative Professional ist mit einem Bachelorabschluss gleichzusetzen. Merkt man dadurch einen Unterschied zur FiSi-Ausbildung?

Auf jeden Fall. Bei der Ausbildung zum operativen Professional ist viel Eigeninitiative gefragt: Man hat ein Thema und arbeitet das aus. Genau das ist auch für die Zukunft wichtig, weil Mitarbeiter später ja auch mit Themen zu mir kommen, die es so in den Schulbüchern nicht gibt. Die muss man auch erstmal ausarbeiten.

Aus welcher Motivation heraus machst du die Ausbildung?

Unser Teamleiter hat mich gefragt, ob ich sein Stellvertreter sein möchte. Da habe ich natürlich zugestimmt. Dafür fehlt mir aber ein bisschen Wissen. Dieser Kurs ist optimal darauf zugeschnitten, sodass ich da so langsam tiefer mit reinwachse.

Und am Ende darfst du den neuen Titel tragen.

Ach, Titel hin oder her. Wichtig ist das Wissen, das vermittelt wird. Der neue Titel ist gar nicht so gravierend für mich. Aber die Arbeitsweise verändert sich und damit werde ich ja meinen nächsten Lebensabschnitt gestalten.

Wie profitiert das Unternehmen von deiner Ausbildung?

Unser Teamleiter bekommt ein Backup. Falls in der Führung mal was passieren sollte, wäre ja sonst keine andere Person da, die das mit abwickeln könnte. Außerdem entsteht so natürlich auch eine größere Mitarbeiterbindung, da Menschen ja generell nach mehr streben und ohne die Chance auf Weiterbildungen würde man das Unternehmen ggf. irgendwann verlassen.

Und wie helfen dir die Schulungsinhalte ganz konkret bei der täglichen Arbeit?

Wenn jetzt ein Projekt, also eine Kundenanforderung reinkommt, kann ich diese Zurufgeschäfte eher unterbinden und alles zeitlich gliedern. So können Ressourcen, z.B. Mitarbeiter oder Hardware, besser eingeplant und dem Kunden letztendlich ein besseres Ergebnis geliefert werden. Es werden keine halben Ergebnisse abgeliefert, wo nachgearbeitet werden muss. Ich kann alles inklusive Qualitätssicherung besser planen und dem Kunden somit ein fertiges Produkt auf den Tisch legen.

Lässt sich deine Ausbildung gut mit deiner Arbeit verbinden? Stichwort Work-Life-Balance.

Das schwankt etwas. Manchmal ist es schwierig, weil die Kollegen noch Fragen haben, die ich dann zwischendurch in den Pausen beantworten muss. Manchmal ist es aber auch gar kein Problem.

Wie stark wird sich nach Abschluss der Ausbildung deine Arbeit ändern?

Ich gehe davon aus, dass ich mich aus dem administrativen Bereich etwas mehr zurückziehe und dafür mehr in den Bereich Projektmanagement gehe. Ein bisschen administrative Tätigkeit wird aber bleiben, denn unsere Firma ist zu klein, um nur Projektmanagement zu machen.

Auf den Punkt gebracht: Was genau ist der Unterschied zwischen der Arbeit eines Fachinformatikers und eines Projektmanagers?

Ein Fachinformatiker kümmert sich überwiegend um Administration und arbeitet mit den Maschinen direkt. Er installiert beispielsweise die Software. Die Arbeit eines Projektmanagers besteht darin, Kundenprojekte heranzuziehen, diese abzusprechen und Pläne zu entwerfen, wie definierte Ziele erreicht werden können. Der Projektmanager macht schlussendlich Arbeitspakete für den Fachinformatiker fertig, der diese praktisch umsetzt.

Während deiner Fachinformatiker-Ausbildung musstest du nochmal als Praktikant anfangen. War das nach jahrelanger Berufserfahrung komisch?

Am Anfang ja, weil man zuvor Verantwortung, seine eigenen Prozesse und Arbeitsaufträge hatte. Als Praktikant steht man natürlich erstmal wieder komplett daneben und muss sich die Meinung der Mitarbeiter anhören. Im Hinterkopf hat man da aber schon das Wissen aus dem Theorieteil und weiß, wie man manche Dinge etwas präziser oder einfacher umsetzen könnte. Nach und nach hat man sich aber gefunden und hatte dann auch wieder seine eigenen Arbeitspakete, die man begleiten konnte.

Für den operativen Professional hast du mittlerweile schon die ersten Prüfungen abgelegt. Wie wurdest du darauf vorbereitet?

Sehr gut. Im Fall von ITIL® haben wir beispielsweise die Themen nochmal wiederholt. Zusätzlich gab es ein Webinar mit den Trainern, worin die Fragestellungen und Fragenkataloge durchgegangen und bearbeitet wurden.

Von wo hast du die Webinare gemacht?

Entweder von zuhause oder aus der Firma. Das ist sehr praktisch, weil ich mir dadurch die 30 Kilometer Anreise sparen konnte. Außerdem stehen die Webinaraufzeichnungen auch hinterher noch zur Verfügung, sodass man sie sich noch einmal in Ruhe angucken kann.

Wie hast du bei den Prüfungen abgeschnitten?

Es reicht aus (lacht). Es wäre wünschenswert gewesen, etwas mehr Zeit zu haben. Das war aber nicht möglich, weil beruflich gerade viele Projekte auf dem Tisch liegen und die Firma geht vor.

Und wird die Ausbildungsreise noch weitergehen?

Das will ich hoffen. Noch kann ich die Rente nicht beantragen und da die IT ein fortlaufend lernender Prozess ist, bei dem sich schnell alles umstellt, hoffe ich, dass es nachher nochmal weitergeht.

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Ausbildungsübersicht
  • On 15. September 2016
Tags: Berufsausbildung (IHK), IT-Fachinformatiker Systemintegration, IT-Professional
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